Montag, 18. Januar 2010

Weihnachten in den Bergen

Ich möchte euch an dieser Stelle von meinem letzten Weihnachten auf Mt. Baker bei Seattle erzählen. Es war mein erstes Weihnachten außerhalb Deutschlands und daher auch ein bisschen anders wie gewöhnlich. Aber ich fange von vorne an. Wir hatten für drei Tage eine Hütte gemietet, die mitten im Wald eines verschlafenen Nestes in Nordamerika lag.


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3 Tage kein Internet, kein Fernsehen, nicht mal Mobilfunk. Dafür einen Billardtisch, gemütliche Sofas, eine gut eingerichtete Küche, eine Gasfeuerstelle im Wohnzimmer, ein Hot Tub draußen in der freien Natur und 9 richtig coole Leute, davon je einer extra aus Berkeley, Toronto und Würzburg angereist. Leider hat das Auto von Alex und Co. nur sieben Sitze, sodass Dani und ich mit dem Greyhound-Bus bis zur Grenze an die Staaten fahren mussten (was auch ein schönes Erlebnis ist) und dann zu Fuß über die Grenze gelaufen sind, was die Grenzbeamten schon sehr ungewöhnlich fanden. Also die Tatsache, ohne Auto unterwegs zu sein. An der US-Grenze wird man wie immer ausführlichst ausgefragt, was man den vor habe, wo man hin wolle, wer die Hütte gemietet habe, wem das abholende Auto gehöre usw. Die Fragen helfen bestimmt, Terroristen zu fangen...
Da Bilder viel mehr aussagen und der Vorstellung besser helfen als ellenlanger Text: 

Hinten lässt sich der geile Outdoor-Hot-Tub erkennen. Nachts minusgrade in der Luft und 100°F im Wasser.

Kanada im Winter

Amerikanischer 30cm Weihnachtsbaum mit vielen, vielen Wichtelgeschenken

Weihnachtstruthahnessen. Den größten, den sie noch hatten. Aber mit Rolf Zuckowski Weihnachtsmusikuntermalung. Ein Stück Deutschland :- )


Das nahe gelegene Maple Falls war ein kleines Nest, im dem quasi nur alte Männer mit Bärten leben, die es nicht für nötig halten, den Motor ihres Trucks abzustellen, wenn sie Einkaufen gehen. Und "Zum Laden sind's nur 5 Meilen die Straße runter" entpuppt sich als 17 Meilen Fahrt, die ohne Karte auch nicht zu bewältigen wäre, weil es keine Richtungsschilder gibt, sondern nur Straßennamen oder Straßen, die einfach ohne Hinweis Enden oder eher Feldwege als Highways sind. Amerika pur.





Es waren sehr, sehr schöne drei Tage, auch wenn die Heimfahrt etwas abenteuerlich war, da an der Grenze am Weihnachtsfeiertag der öffentliche Nahverkehr einfach eingestellt wird und die Leute auf der Straße zwar anbieten, einen zur Greyhound Station fahren, wenn sie nicht schon zum Weihnachtsfeiertag ein paar Sekt getrunken hätten. "Aber es wären eh nur 30 Minuten zu laufen." Dem Menschen, der uns dann die 10km (mit seinem Truck) mitgenommen hat, bin ich sehr dankbar. Fazit: Glaube niemals einem Amerikaner eine Entfernungsangabe.

Leider haben wir vergeblich auf Schnee gehofft, war aber vielleicht auch besser so, nicht eingeschneit zu werden.
Da die meisten Bilder aus der Hütte suggerieren würden, wir hätten neben Billard und Backgammon Spielen, Essen Kochen, und nachts im Hot Tub unter dem Sternenhimmel Baden nur Party gemacht, gibts nur noch eins:


Frohe Weihnachten.

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