Noch eine Woche bis zur Reading Break, noch eine Woche bis zum Start der Spiele. Etliche Straßen sind jetzt schon gesperrt, Busse umgeleitet und seit heute müssen selbst die Busfahrer offiziell genehmigte Olympiauniformen tragen. Es ist mittlerweile praktisch unmöglich nicht mit irgendeinem Zeichen, Werbung oder einem von 20 10.000 Watt Suchscheinwerfern in Kontakt zu kommen, die die Spiele des Nachts am Himmel bewerben.
"Welcome 2 Canada", "Go, Canda, Go" und anderes blinkt mir vom Bus entgegen, aber ich will wissen wohin der Bus fahren wird. Vorne am Bus sind übrigens die Fahrradständer zu sehen. Man nimmt sein Fahrrad nicht mit in den Bus, sondern klemmt es an der Haltestelle vor den Bus. Auch ein Grund, warum so viele Leute lieber mit dem Skateboard fahren
Dafür ist das Wetter seit 2 Wochen außerordentlich gut; so gut sogar, dass den olympischen Skistrecken langsam der Schnee ausgeht, der jetzt von anderen herangekarrt werden muss. Sieht man den Bergen auch von weiten schon an.
Das hat natürlich aus Auswirkungen auf den Verkehr ;-):
Olympia mittlerweile so überpräsent (keine Seite in der Zeitung, die das Thema nicht irgendwie aufgreift), dass die Stadtbevölkerung teilweise schon Abneigungen entwickelt; der Rest des Landes wartet sehnsüchtigt darauf.
Immerhin war ich letzten Monat an einem Ort, wo es ausnahmsweise keine kanadischen Flaggen gab:
Im International Buddhist Temple, der im Süden von Vancouver, eigentlich in Richmond, liegt. Dort leben auch die meisten Asiaten, vor allem Chinesen. Ich selbst war noch nie in so einem Tempel, es lief gerade eine Gebetszeremonie ab, was ungefähr mit einem Rosenkranz, aber im Kanon und viel schneller gebetet, vergleichbar ist. Ein melodischer und hypnotischer Singsang - währenddessen werden Räucherstäbchen angezündet und Fleisch, Obst oder Wein geopfert.
Alles in allem sehr viel Gold - aber das ist ja in einer katholischen Kathedrale nicht anders. Zum letzten Bild noch der Hinweis, dass das Symbol auf der Brust ein Swastika ist. Ein Glückssymbol, das im Übrigen auch nach links und nicht nach rechts gewinkelt ist. Dennoch wird im Tempel darauf geachtet, dass das Symbol so wenig wie möglich und mit vielen Hinweisschildern gezeigt wird.
Auf dem asiatischen Markt in der Nähe kann man neben den schon gewohnten Krabben auch diese Fische lebend kaufen - leider weiß ich weder wie man die kocht, noch wie sie heißen, da sie wie fast alles nur mit chin. Schriftzeichen beschriftet waren.
Aber die Dragonfruit war gut. Quasi eine etwas wässrig und nach Erdbeere schmeckende birnengroße Kakteenfrucht.
Zum Abschluss noch ein guter Song über das kanadische Lebensgefühl. Wem es zu schnell geht, sollte die Untertitel anschalten
Ich bin froh, dass mir das heimische Schneechaos entgeht, aber in drei Monaten werde ich auch schon wieder in Deutschland leben. Wer hätte gedacht, dass es in Vancouver, Kanada weniger Schnee als in Deutschland gibt?
Fazit
vor 15 Jahren

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